Tag-Archiv | Jeden Sonntag einen Beitrag

Zipline

Vor ungefähr zwei Wochen haben wir angefangen eine Idee zu realisieren, die schon länger geplant wurde. Eine Seilbahn hinterm Haus, wer hat sich das nicht schon immer einmal gewünscht? Der Schwiegersohn meiner Gasteltern hatte mehrfach bei einer Telefongesellschaft angefragt, ob sie ihm Kabel geben könnten, dass nicht gebraucht wird. Letztendlich mit Erfolg hatten wir dann stabiles, neues Drahtseil, das wir von Baum zu Baum spannen können. So weit so gut. Allerdings hat ein Drahtseil, besonders in der Länge die wir benötigten, ein ziemlich hohes Gewicht. Wir hatten noch diverses anderes Material vorher bestellt, so zum Beispiel spezielle Klemmen um an jedem Ende eine Schlaufe zu machen, die wir dann um den jeweiligen Baum legten und mit weiteren Klemmen und Karabinern am hinüber führenden Seil befestigten. Mit einer Seilklemme, die einen großen Hebel hat, und einem Statik Seil, spannten wir das Ganze und fixierten es auf der anderen Seite. Danach wurde noch an beiden Bäumen eine kleine Plattform zum  stehen angebaut und die Seilbahn war fertig zum Testen, theoretisch. Es sah nämlich sehr riskant aus und die Steigung kam uns ziemlich steil vor. Nach der ersten Testfahrt stellte sich heraus, dass es gut machbar ist. Allerdings sollte mit einer Hand und einem Handschuh, hinter dem Gerät an dem man hängt, auf dem Drahtseil gebremst werden. So kann man dann seine eigene Geschwindigkeit gut kontrollieren und nach einer schnellen Fahrt bis zur Mitte sanft auf der Plattform am Ende aufsetzten.

Der Plan ist, am Ende der Seilbahn eine zweites Drahtseil aufzubauen, sodass wir dann wieder zurück fahren können. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist. Bis jetzt bin ich zwei mal runter gefahren. Wenn sich alles normalisiert hat wird es etwas zügiger so ablaufen: Klettergurt an, rauf auf die 1. Plattform, Seilbahngerät ins Seil hängen, Sicherheitsschlaufe einhängen, reinsetzten und los!

Es war total schönes Wetter heute am zweiten Advent, verglichen mit dem Rest der Woche! Leider konnte ich es nicht so richtig genießen, da ich wie immer sehr viele Hausaufgaben hatte. So habe ich also den heutigen Tag damit verbracht meine Aufgaben abzuarbeiten und ich habe noch die Zipline Fotos gemacht, ich war also wenigstens ein bisschen draußen. Gestern haben wir noch eine Weihnachtsbaum gekauft, es geht also los. Außerdem ist heute der Tag, an dem ich vor 3 Monaten hier ankam! Drei Monate sind tatsächlich um, die Zeit vergeht schnell. Und das ist denke ich auch ein gutes Zeichen.

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Schule – Feiertag – Schule

Nach Halloween gab es ein langes Wochenende, dass heißt Montag und Dienstag waren zusätzlich frei. Am Dienstag bin ich dann umgezogen. Vom Haus meiner Gasteltern, zu einer ihrer Töchter und ihrer Familie. Da meine Gasteltern drei Wochen im Urlaub sind, darf ich dann also hier wohnen und einen unterschiedlichen Lifestyle kennen lernen. Deren Sohn Aiden ist 14 und es ist schön, nun etwas mehr mit ihm unternehmen zu können. Seine zwei älteren Schwestern sind außer Haus am College, ich habe aber beide schon mal gesehen.  Wir schauen hier ab und zu Game of Thrones, ich liebe die Serie einfach, und hatte sie zuvor auch schon auf deutsch gesehen. Außerdem habe ich schon zwei neue Spiele gelernt, es macht Spaß mit allen zu spielen. Letztes Wochenende waren wir, in einem high ropes course, in den Bäumen unterwegs. Also zuerst haben wir uns angemeldet, Equipment bekommen und dann ging’s los! Zuerst etwas leichteres und dann die schönen anspruchsvollen Routen. Es war durchaus ein schönes Erlebnis. Eines der aufregendsten Elemente in diesem Kletterpark war, ein Sprung in die Tiefe am Ende ausgewählter Routen. Man klickte sich mit seinen Karabinern in eine von oben herabhängende Öse ein und sprang. Ähnlich eines Autogurtes arretierte das Seil in der Spule, an dem man hing, und so wurde der Fall gebremst und man setzte gemütlich am Boden auf.

Adventure park
Von rechts nach links: Der Schwiegersohn meiner Gasteltern,  meine Wenigkeit, der Enkel meiner Gasteltern und  Freunde der Familie.

Vor knapp drei Wochen war das finale Race vom Cross Country und damit auch das Ende der Saison. Es war gut, dennoch war ich froh, dass wir fertig waren. Es war ein gutes Training und ich habe einiges gelernt, es war zwar schade, dass wir nur ein sehr kleines Team hatten, aber sonst war es schön. Unsere Schule ist ziemlich klein, deswegen hatten wir nicht viele Leute in der Gruppe. Auch wenn ich nicht Platz 1 oder 10 geholt habe, bin ich mit meinem mittendrin ganz zufrieden und freue mich darüber, dass ich mich durch die Saison hindurch verbessert habe. Ich habe dadurch einen neuen Sport ausprobiert und einiges gelernt. Ich finde es genial, dass alle zusammen rennen, Schüler die wie ich neu angefangen haben, oder welche die schon fast ihr ganzes Schulleben Cross Country laufen. Frauen und Männer rennen allerdings nach wie vor meistens getrennt.

Ich habe jetzt hoffentlich Zeit nach der Schule, wieder neue Dinge auszuprobieren und vielleicht öfter zum klettern kommen. Es macht total Spaß Leute kennen zu lernen. Ich finde es einfach toll, wie offen einem die Menschen begegnen. Die Schule beschäftigt mich durchgehend mit Hausaufgaben, was wirklich nicht einfach ist. Manchmal, wenn ich mich aus einem Haufen Arbeit heraus grabe und Licht sehe, dann prasselt ein neues Paket mit Aufgaben herab. Ich versuche es so gut ich kann zu erledigen und spreche mit Lehrern, wenn ich etwas nicht verstehe. Zum Glück ist aber gerade eine Feiertag reiche Zeit, so war zum Beispiel letzten Dienstag aufgrund des veterans day keine Schule. Und auch um Thanksgiving, nächste Woche, haben wir zwei Tage zusätzlich zum Wochenende frei. So erleichtert es mir also ein bisschen den Schulalltag, da wir nur an Weihnachten und im Frühling Ferien haben. Ich freu mich auf Thanksgiving, und werde dann bald davon berichten.

Campingtrip

In der letzten Woche hatten wir wieder ein cross country Race. Es war ein schwieriger Kurs mit vielen Steigungen und Teilen mit Wiese. Aber es war gut, und ich habe meine Zeit im Vergleich zum vorherigen Race ein Stück unterboten.

Am Freitag hatten wir nur bis Mittags Schule und fuhren mit der Klasse campen, nach West Virginia. Wir waren zweieinhalb  Stunden mit dem Schulbus unterwegs und kamen dann an einem kleinen Zeltplatz an, eine Wiese mit ein paar Bäumen und Feuerstellen. Aufgrund des permanenten Nieselregens, war es die ganze Zeit über nass. Es war eine schöne Umgebung, mit einem Fluss in der Nähe und klarem Himmel in der Nacht. Nach einer Übernachtung und einer kleinen Wanderung nach dem Frühstück, zu einem schönen Tunnel, fuhren wir am späten Nachmittag wieder, Richtung Washington.

TunnelTrailPatomac

cross country

Der Monat, seit dem ich hier in Amerika lebe, verging sehr schnell. Insbesondere die letzten beiden Wochen waren erstaunlich schnell um. Meine Woche war eine normale Schulwoche, wieder mit einer Geburtstagsparty am Ende. Die Party war anfangs etwas langweilig, später allerdings ganz cool. Sie war am Freitag, wir sind direkt nach der Schule hingefahren. Zum Essen gab es Pizza dann haben die meisten einen Film geschaut. Außer gemütlich unterhalten und chillen war danach auch nicht mehr viel los. Also Partys hier sind ein bisschen anders, als in Deutschland.

Ich werde häufig gefragt, wo aus Deutschland ich herkomme. Keiner kennt Magdeburg, geschweige denn Quedlinburg! Also sage ich immer, aus dem Harz, so ziemlich in der Mitte von Deutschland. Damit können die meisten dann etwas anfangen.


In den Kommentaren wurde ich dazu angeregt ein bisschen über cross country zu berichten. Ich hoffe ich kann euch einen Einblick in diesen Sport verschaffen.

Cross country bedeutet Querfeldeinlauf und ist ein Laufsport im Gelände abseits von befestigten Straßen und Wegen. Der Kurs beginnt meistens in offenem Gelände und führt dann in einen Wald mit natürlichen Steigungen und Hindernissen, die das laufen allerdings nicht ernsthaft gefährden. Die Strecke ist meistens ein Rundkurs, mit üblicherweise einer Entfernung von 5km oder mehr. Wir haben in unseren Wettkämpfen Strecken mit 5km oder 3 Meilen.  An einem Race nehmen je nachdem 100 oder mehrere hundert Läufer teil und das tolle ist, dass jeder wirklich bis zum Schluss von den Zuschauern angefeuert und bejubelt wird! Das ermutigt auch Schüler, die nicht so gut sind, bis zum Ende alles zu geben.

Wir haben jede Woche ein Training und ein Race. Unser Team ist nicht sehr groß und wir passen alle in einen kleinen Schulbus, wenn wir zu einer Trainingsstrecke oder zu einem Race fahren. Ich bin bis jetzt drei mal ein Rennen mitgelaufen und am Mitwoch ist vorrausichtlich das nächste. Unser letztes Race war größer als die vorherigen. Dort hatten wir einen elektro Chip an unseren Schuhen, der dann die Zeit an den Checkpoints festhielt.schuheDas Laufen macht mir Spaß und die letzten beiden Rennen liefen auch schon deutlich besser als das erste, da ich besser im Training bin. Die Saison geht wahrscheinlich nur noch diesen Monat, also werde ich diese Zeit gut nutzen, denn es ist eine gute Chance fit zu bleiben!

Kulturschock

Es ist wieder Sonntag. Letzte Woche habe ich leider keine Zeit gefunden einen Beitrag zu veröffentlichen. Das sagt ja auch schon einiges darüber aus, dass ich hier sehr beschäftigt bin. Zum einen habe ich einiges für die Schule zu erledigen und zum anderen unternehmen wir viel. Damit meine ich die beiden Töchter meiner Gasteltern und deren Familie, meine Gasteltern und mich. Wir waren im Zirkus, im Kino, hatten zwei Geburtstage in der Familie zu feiern und wir waren klettern! Ich mag beide Familien gerne, es macht Spass etwas mit ihnen zu unternehmen. Es ist total genial, das ich hier auch klettern kann und vor allem ist es Glück, dass die Familie der einen Tochter Kletter sind. Gestern war ich noch auf einer Geburtstagsparty von einer Klassenkameradin, es war sehr lustig, aber auch ein bisschen langweilig.

circusIch staune immer noch jeden Tag über einige Sachen, es gibt hier zum Beispiel für fast alles Geräte und Maschinen. Das ist das, was als „Kulturschock“ bezeichnet wird. Es sind einfach viele Sachen ganz anders, als man sie kennt. Und es ist auch nicht ungewöhnlich, wenn man hier Rehe im Garten hat, die laufen einfach durch die Nachbarschaft. Wir haben sogar eine Stromzaun im Garten, damit die Sie nicht an die Pflanzen gehen. Außerdem sieht man auch viele Eichhörnchen, die sich ein bisschen farblich zu denen in Deutschland unterscheiden.Eichhörnchen

Meine Gasteltern und ich wohnen in einem großen Haus, direkt dahinter ist ein schöner Wald mit einem Bach. Mir gefällt die Gegend sehr, und im Wald kann ich sogar Cross Country trainieren. Denn ich bin hier nämlich im Cross Country Team meiner Schule. Wir haben jede Woche einen Wettkampf.

Hier noch ein paar Bilder vom Haus:Housbacksitesite

Letzte Stunden in Deutschland

Ich sitze am Gate des Frankfurter Flughafens und warte auf meinen Flieger. Letztendlich ging dann doch alles ziemlich schnell. Ich habe eine Gastfamilie in der Nähe von Washington DC gefunden. Und auch die Frage um den Schulplatz wurde geklärt. Ich werde auf eine Privatschule nicht weit von Washington gehen! An den öffentlichen Highschools gab es keine freien Plätze mehr.

Ich wurde in den letzten Tagen oft gefragt, ob ich aufgeregt sei. Eigentlich erst ab der letzten Nacht, ich konnte nicht sehr gut schlafen. Und dann ging es direkt nach Berlin. Dort hatte ich enormes Glück, da ich mit einem großen Koffer, einem Handgepäck, meiner Trompete und meinem Laptop unterwegs bin, und alles ohne Aufpreis aufgenommen wurde. Unmittelbar danach verabschiedete ich mich von meiner Familie und ging zum Gate. Bis auf eine kleine Verspätung von ein paar Minuten ging mein kurzer Flug nach Frankfurt gut. In Frankfurt habe ich mich dann erstaunlich gut beim Gate meines Fliegers nach Washington eingefunden. Ich habe noch ein wenig Zeit bis zur b0arding-time.

Nach Washington werde ich knappe neun Stunden fliegen und anschließend holt mich meine Gastfamilie vom Flughafen ab. Ich bin gespannt und hoffe, dass alles gut gehen wird. Da bin ich jedoch zuversichtlich!

 

Hart – Kritisch – Enttäuschend

Die Ferien neigen sich dem Ende zu und ich bin, ich möchte eigentlich gar nicht dran denken, immer noch hier in Deutschland! Wird 2014 nach 2008 das zweite Jahr in dem nicht alle Schüler vergeben werden? Dieser Gedanke ist hart! Die Lage ist ziemlich kritisch. Und da weltweit noch ca. 130 Leute in die USA möchten, kann noch nicht mal eine Übergangslösung geschaffen werden. Dies wird manchmal unternommen, wenn zur Zeit der absoluten Deadline, die der amerikanische Staat vorgibt (meistens Anfang September), noch ungefähr 20 Personen übrig sind. Die kommen dann in eine sogenannte Willkommens-Familie, bis eine Gastfamilie für das ganze Jahr gefunden wird. Da habe ich ja auch nichts dagegen, Hauptsache es wird etwas unternommen! Das Auslandsjahr basiert auf einem Vertrag, bei dem auf der einen Seite eine beachtliche Summe gezahlt wird und auf der anderen eine Leistung erbracht werden soll. Diese Leistung wurde größtenteils noch nicht erbracht, da ja der Hauptteil noch erfolgen würde. Ob das Ganze noch klappt, hängt davon ab – keiner weiß wovon es abhängt. Denn eigentlich sind in den Staaten genügend Familien in der Vorauswahl-Runde, um alle 130 Schüler aufzunehmen. Es heißt immer, die Amis sind ja so spontan und regeln vieles auf den letzten Drücker, doch momentan scheinen sie sich dafür zu entscheiden, erst im folgenden Jahr einen Gastschüler aufzunehmen. Die öffentlichen Schulen in den USA sind anscheinend auch nicht mehr so tolerant, wie sie es einmal waren, denn sie nehmen nur noch wenige oder gar keine Austauschschüler mehr auf. Zumindest ist es für die Organisation nicht leicht, dort Plätze für die Schüler zu organisieren, oder sollte ich sagen ergattern?
Hier könnt ihr sehen, wie viele Schüler aus Deutschland noch keine GF haben.
Jedenfalls bin ich jetzt auch eigenständig auf der Suche nach einer Gastfamilie. Oder was heißt eigenständig, ich kann dabei natürlich jegliche Hilfe gut gebrauchen! Daher frage ich euch auch hier, habt ihr vielleicht Bekannte, Verwandte in den USA, die einen Gastschüler aufnehmen würden? Oder vielleicht auch eine kreative Idee dazu?
Einfach eine Nachricht an mich, ( ansgar123koehler@gmail.com ). Darüber würde ich mich unnormal freuen!!!